Drei Tage in Kopenhagen ohne Auto: So habe ich sie eingeteilt

Ohne Auto bist du in Kopenhagen gut unterwegs, aber welcher Weg der beste ist, liegt nicht immer auf der Hand. Auf der Karte wirken die Entfernungen kurz, doch in Wirklichkeit bestimmen Brücken, Kanäle und Radwege, wie du durch die Stadt kommst.
Ich habe an einem Donnerstag Ende Mai in Hamburg den Zug genommen und war knapp fünf Stunden später in København H, dem Kopenhagener Hauptbahnhof. Hier erzähle ich, wie die drei Tage wirklich gelaufen sind, was ich bezahlt habe und was ich im Nachhinein verschoben, gekürzt oder ganz gestrichen hätte.
Tag für Tag
Tag 1: Vesterbro, das Zentrum und Christianshavn zu Fuß
Ich war kurz nach halb zwei da und wohnte in Vesterbro, etwa acht Minuten zu Fuß von København H. Für die An- und Abreise mit dem Rucksack war die Lage praktisch, für meine Wege durch die Stadt weniger. Nach dem Einchecken bin ich ohne großen Plan losgelaufen, erst zum Rådhuspladsen, dem Rathausplatz, und dann weiter durchs Zentrum. Vom Bahnhof bis Kongens Nytorv waren es in gemütlichem Tempo rund 25 Minuten.
Um halb drei habe ich an der Station Kongens Nytorv die M1 nach Christianshavn genommen. Ein normales Ticket für zwei Zonen kostet 24 dänische Kronen, rund 3,20 Euro, und im Zentrum von Kopenhagen kommst du damit weit. Ich bin an den Kanälen entlanggelaufen, über die Inderhavnsbroen zurück und stand ungefähr zwei Stunden später wieder am Nyhavn. Als erste Runde war das gut, weil du so das Zentrum und Christianshavn mitnimmst, ohne Zeit mit Umsteigen zu verlieren.
Das Abendessen war einfach und kostete rund 130 Kronen, dazu kamen etwa 55 Kronen für ein Bier. Kopenhagen wird schnell teuer, wenn du jedes Mal dort Pause machst, wo am meisten los ist. Deshalb habe ich schon am ersten Abend angefangen, die Kassenbons im Blick zu behalten. Insgesamt bin ich an dem Tag gut 14 Kilometer gelaufen. Gemerkt habe ich das erst, als ich mich hingesetzt habe.
Tag 2: Nørrebro, Frederiksberg und der Hafen mit dem Rad
Der Freitag war mein Fahrradtag. Ich bin erst kurz nach neun losgefahren, weil auf den Radwegen deutlich weniger los ist, wenn der Berufsverkehr vorbei ist. Ein 24-Stunden-Tarif für ein Leihfahrrad lag bei rund 99 Kronen. Das war günstiger als mehrere kurze Ausleihen, und die Metro brauchte ich an diesem Tag gar nicht.
Von Vesterbro bis zum Schlosspark Frederiksberg Have brauchte ich mit dem Rad etwa 15 Minuten. Von dort bin ich weiter Richtung Nørrebro geradelt und habe das Rad am Assistens Kirkegård abgestellt, dem alten Friedhof mitten im Viertel. Das waren noch einmal etwa 15 Minuten. Sehenswürdigkeiten abklappern musst du hier nicht. Mir hat schon das Fahren durch die Viertel gefallen, vor allem, als der Verkehr nachließ und es ruhiger wurde.
Nach einem Kaffee für rund 45 Kronen bin ich weiter nach Norden zum Superkilen geradelt. Bis zu dem langen, schmalen Park waren es etwa zehn Minuten. Zurück ging es über die Nørrebrogade, die Dronning Louises Bro und an den Seen entlang. Das Mittagessen in den Markthallen Torvehallerne kostete etwa 125 Kronen. Ein paar Straßen weiter isst du günstiger, aber meine Beine meldeten sich schon, und da habe ich lieber etwas mehr bezahlt, als noch einen Umweg zu fahren.
Am Nachmittag bin ich nach Süden zum Hafen geradelt, über die Lille Langebro und weiter an Islands Brygge entlang. Mit allen Stopps kam ich an dem Tag auf ungefähr 20 Kilometer. Gelohnt hat sich der Tag nicht wegen eines bestimmten Ortes. Erst auf dem Rad habe ich gemerkt, wie die Viertel zusammenhängen, und das hatte ich mir vorher ganz anders vorgestellt. Kurz vor acht habe ich das Rad in Vesterbro abgegeben und war ziemlich erledigt.
Tag 3: Amager Strand, Hafenspaziergang und Heimfahrt
Der Samstag fing mit der M2 von Kongens Nytorv nach Amager Strand an. Die Fahrt dauert gut zehn Minuten, und dafür reicht das normale Ticket für zwei Zonen zu 24 Kronen. Von der Station bis ans Wasser waren es keine zehn Minuten zu Fuß. Ende Mai war das für mich eher ein Spaziergang als ein Badetag, aber der Strand war eine schöne Abwechslung nach den dicht bebauten Vierteln vom Vortag.
Gegen elf bin ich mit der M2 zurück ins Zentrum gefahren. Von Kongens Nytorv ging es zu Fuß durch Nyhavn zur alten Festung Kastellet und weiter zur Langelinie. Bis zur Kleinen Meerjungfrau waren es etwa 30 Minuten. Für die Figur selbst brauchte ich fünf Minuten. Mehr gelohnt hat sich der Weg dorthin, vor allem das Stück am Wasser, und ich hätte mich von Anfang an weniger aufs Ziel konzentrieren sollen.
Nach dem Mittagessen bin ich zurück Richtung Østerport gelaufen und mit der M3 nach København H gefahren. Von dort waren es ein paar Minuten bis zur Unterkunft, ich habe meinen Rucksack geholt und bin zurück zum Bahnhof. Mein Zug nach Hamburg fuhr um 18:22 Uhr und brauchte gut viereinhalb Stunden. Das letzte Metroticket kostete wieder 24 Kronen. Mit Einzeltickets kam ich bei meinen paar Metrofahrten günstiger weg als mit einer Mehrtageskarte.
Was ich anders machen würde
Beim nächsten Mal würde ich wohl näher an Nørrebro wohnen. Vesterbro war für den Zug praktisch, aber an zwei von drei Tagen bin ich ziemlich schnell nach Norden oder Osten aufgebrochen. Wenn du in der Nähe von Nørrebro oder Frederiksberg wohnst, erreichst du mehr Viertel in 10 bis 15 Minuten mit dem Rad, auch wenn du dein Gepäck am An- und Abreisetag etwas weiter schleppen musst.
Den Kaffee am Nyhavn würde ich mir auch sparen. Für einen ganz normalen Kaffee habe ich dort rund 55 Kronen hingelegt, gut 7 Euro, und das war der schlechteste Kauf der Reise. Da habe ich ganz klar die Lage mitbezahlt. Und wenn die Zeit knapp ist, würde ich am Kastellet umdrehen. Die Kleine Meerjungfrau kostet nichts, aber die zusätzlichen 20 bis 30 Minuten war mir der Umweg nicht wert.
Bei den Tickets lag ich dagegen richtig, jedenfalls für meinen Plan. Für die Metro habe ich in drei Tagen knapp 100 Kronen ausgegeben, rund 13 Euro. Ein City Pass Small für drei Tage kostete im Mai 2026 genau 220 Kronen, und mit einem ganzen Tag auf dem Rad hätte er sich für mich nicht gelohnt.
Gut zu wissen
- Einzelticket: 24 Kronen für 2 Zonen, 30 Kronen für 3 Zonen (Stand Mai 2026)
- City Pass Small für 3 Tage: 220 Kronen
- Leihfahrrad für 24 Stunden: rund 99 Kronen
- Metro M1, M2, M3 und M4 rund um die Uhr
- Berufsverkehr auf den Radwegen meiden: etwa 7 bis 9 und 15 bis 17 Uhr
- Direktzug von Hamburg Hbf nach København H: 4,5 bis 5 Stunden, mit dem Super Sparpreis ab 28,99 €
Kopenhagen verlangte ein ruhigeres Tempo, als ich eingeplant hatte. Zwei oder drei Viertel am Tag haben gereicht, vor allem, wenn aus zehn Minuten auf dem Rad plötzlich eine halbe Stunde wurde, weil ich unterwegs irgendwo hängen geblieben bin. Im Zug nach Hamburg hatte ich immer noch ein bisschen Sand vom Amager Strand im Schuh.


