12 Dinge, die du in Sevilla machen kannst, wenn es mittags zu heiß ist

Anfang Juni habe ich schnell gemerkt, dass Sevilla zwei Geschwindigkeiten hat. Vormittags kannst du noch weite Strecken laufen. Kurz nach zwölf wird das Pflaster heiß, und an mehreren Tagen waren es zwischen zwölf und fünf über 35 Grad.
Wie du den Tag am besten einteilst, liegt nicht auf der Hand. Die Sehenswürdigkeiten sind über die ganze Stadt verteilt, und das Nachtleben fängt erst spät an. Ich habe es genau andersherum gemacht als zu Hause in Hamburg: früh los, eine lange Pause im Kühlen und erst wieder raus, als die Schatten länger wurden.
Hier sind meine zwölf Dinge, so sortiert, wie es für mich gepasst hat: früh am Morgen, die Siestazeit drinnen oder im Schatten und zum Schluss der Abend.
Früh am Morgen
1. Plaza de España um 8 Uhr
Ich war kurz nach acht an der Plaza de España, ungefähr zur Öffnungszeit. Die Hälfte des großen Halbkreises lag noch im Schatten, und ich konnte die gekachelten Bänke fotografieren, ohne Reisegruppen im Weg zu stehen. Im Sommer ist das Gelände normalerweise bis Mitternacht geöffnet.
Dreh danach eine Runde durch den Parque de María Luisa, bevor die Sonne zu stark wird. Das kostet nichts, und unter den Bäumen ist es spürbar kühler.
2. Mercado de Triana kurz nach neun
Die Lebensmittelstände im Mercado de Triana öffnen montags bis samstags um 9 Uhr. Um die Zeit waren die Fischtheken frisch aufgefüllt, das Brot kam gerade, und es ging noch zu wie an einem normalen Arbeitsmorgen, nicht wie im Mittagsgeschäft.
Ich habe Obst gekauft und einen Kaffee im Stehen getrunken. Der Markt liegt in Triana auf der anderen Seite des Flusses, direkt an der Plaza del Altozano und der Brücke Puente de Isabel II.
3. Real Alcázar zum ersten Einlass
Für den Real Alcázar habe ich das erste Zeitfenster gebucht, in der Sommersaison ist das 9:30 Uhr. Die Entscheidung war leicht, denn in den Gärten läuft es sich deutlich schwerer, sobald die Sonne hoch steht. Ein normales Ticket kostet rund 16 Euro.
Allein bist du dort nie, aber in der ersten Stunde hatte ich Zeit, bei den Kacheln und Türen stehen zu bleiben. Wenn es schon früh warm ist, geh zuerst in die Gärten.
4. Centro Cerámica Triana, sobald die Türen aufgehen
Das Centro Cerámica Triana öffnet um 10 Uhr und liegt in der Calle Callao, ein paar Straßen vom Fluss entfernt. Der Eintritt kostet rund 2 Euro. Plan etwa eine Stunde ein.
Mir hat gefallen, dass ich hier mehr über die Keramik erfahren habe, die ich vorher schon an Fassaden und in Bars gesehen hatte. Außerdem tat es gegen elf gut, nach drinnen zu gehen.
Mitten am Tag
5. Museo de Bellas Artes nach zwölf
Als die Hitze drückend wurde, bin ich ins Museo de Bellas Artes an der Plaza del Museo gegangen. Im Juni ist das Museum dienstags bis samstags normalerweise von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Für EU-Bürger ist der Eintritt mit Ausweis frei, sonst kostet er rund 1,50 Euro.
Von den drei Museen, in die ich vor der Hitze geflüchtet bin, hat sich dieses am meisten gelohnt. Drinnen ist es kühl, es gibt Bänke, und du hast für ein paar Stunden einen guten Grund, langsam zu machen.
6. Die Kathedrale, aber nicht die Giralda in der größten Hitze
Die Kathedrale passt gut in die Stunden, in denen die Sonne am stärksten brennt. Montags bis samstags öffnet sie um 11 Uhr für Besucher, und ein Ticket kostet online rund 13 Euro, an der Kasse 14 Euro.
Einen Fehler habe ich dort aber gemacht: Ich bin am frühen Nachmittag auf die Giralda gestiegen, den Glockenturm der Kathedrale. Die Aussicht war gut, aber der Weg über die Rampen war es in dieser Hitze nicht wert. Heb dir den Turm für eine kühlere Tageszeit auf.
7. Casa Fabiola in Santa Cruz
Die Casa Fabiola liegt im Viertel Santa Cruz, und der Eintritt kostet rund 3 Euro. Geöffnet ist sie normalerweise dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr. Damit passt sie gut in den Nachmittag, wenn viele kleinere Läden und Museen geschlossen haben oder verschlafen wirken.
Ich war kurz nach drei dort und bin länger geblieben als geplant. Die Sammlung ist überschaubar, und das Haus selbst hat mir genauso gut gefallen wie die Gemälde.
8. Das Antiquarium unter Las Setas
Gegen vier bin ich ins Antiquarium hinuntergestiegen, unter die Plaza de la Encarnación mit dem riesigen Holzdach, das alle nur Las Setas nennen. Unter dem Straßenniveau liegen dort archäologische Überreste, und ein normales Ticket kostet etwa 2 Euro. Dienstags bis samstags ist es normalerweise von 10 bis 20 Uhr geöffnet.
Nur dafür wäre ich nicht nach Sevilla gereist, aber gegen die Nachmittagshitze war es genau das Richtige. Als ich wieder hochkam, war der Schatten unter Las Setas größer geworden.
Am Abend
9. Nach halb neun am Guadalquivir entlanglaufen
Ich habe bis etwa halb neun gewartet, bevor ich vom Torre del Oro am Fluss entlang Richtung Puente de Isabel II gegangen bin. Die Sonne stand noch am Himmel, aber jetzt war es erträglich, und am Wasser ging ein leichter Wind.
Ohne Pausen brauchst du für die Strecke etwa 15 bis 20 Minuten. Ich habe länger gebraucht, weil das Licht auf der Triana-Seite immer besser wurde und ich ständig zum Fotografieren stehen geblieben bin.
10. Spät essen rund um die Alameda de Hércules
Gegen halb zehn kam mir die Alameda de Hércules wie eine bessere Idee vor als noch eine Sehenswürdigkeit. Sie liegt im Norden der Innenstadt, und sobald die Temperatur sinkt, füllen sich dort die Bars und die Tische draußen.
Ich habe ein paar Tapas bestellt und bin einfach sitzen geblieben. Du musst nicht für jedes Essen einen Tisch reservieren. Manchmal reichen eine Ecke mit mehreren vollen Bars und etwas Geduld.
11. Las Setas nach zehn
Las Setas habe ich mir für 22 Uhr aufgehoben. Der Rundgang oben auf dem Dach ist normalerweise bis 1 Uhr nachts geöffnet, und Tickets gibt es ab rund 16 Euro. Von der Plaza Nueva sind es etwa zehn Minuten zu Fuß, und die Busse 27 und 32 halten in der Nähe.
Um 16 Uhr hätte ich keine 16 Euro für die Aussicht ausgegeben. Spät am Abend war die Temperatur angenehmer, und wegen des Lichts über den Dächern hat sich der Besuch gelohnt.
12. Den Abend nach elf in Triana ausklingen lassen
Mein letzter Spaziergang des Abends begann oft erst nach 23 Uhr, auf der Triana-Seite des Flusses. Die Calle Betis ist die naheliegende Strecke, aber ich bin lieber Richtung San Jacinto in die kleineren Straßen abgebogen, wo der Abend ruhiger weiterging.
Auf den späten Rhythmus musst du dich einlassen. Im Juni habe ich später gegessen, war später unterwegs und habe mittags etwas länger geschlafen. Erst da ergab Sevilla für mich Sinn.
Gut zu wissen
- Spätestens um 8 Uhr los, wenn du weite Strecken laufen willst
- Programm für drinnen zwischen etwa 12 und 17 Uhr
- Busse 27 und 32 rund um die Plaza de la Encarnación
- Immer Wasser dabei, auch auf kurzen Wegen
- Sevilla im Juni ist nichts für dich, wenn du den ganzen Tag draußen sein willst oder starke Hitze schlecht verträgst
Ich würde wieder Anfang Juni nach Sevilla reisen, aber nur, wenn ich den Tag genauso einteilen kann. Die Hitze hat mich mehr eingeschränkt, als ich erwartet hatte. Dafür hatte die Stadt abends ein Tempo, das mir gefallen hat. Am deutlichsten ist mir ein ganz einfaches Bild geblieben: Um 23:20 Uhr stand ich in Triana, die Kamera in der einen Hand und eine Papierserviette voller Olivenöl in der anderen, und hatte es kein bisschen eilig, zurückzugehen.


