8 Gerichte, die du in Neapel essen solltest, und wo es sie gibt

In Neapel isst man oft im Stehen, schnell und für ein paar Euro, meistens etwas frisch Frittiertes in einer gefalteten Serviette. In meinen fünf Tagen Ende Oktober habe ich fast mehr auf dem Bürgersteig gegessen als am Tisch.
Aber du kannst hier auch leicht danebengreifen. In derselben Straße liegt manchmal eine gute Friggitoria, ein kleiner Imbiss für Frittiertes, direkt neben einem Lokal, das von Laufkundschaft und englischen Schildern lebt.
Hier sind acht Gerichte in der Reihenfolge, in der ich sie an einem Tag essen würde: von der Sfogliatella vor neun bis zur Pizza am Abend.
1. Sfogliatella an der Theke, vor neun
Die Sfogliatella, ein knuspriges Gebäck mit Ricottafüllung, ist ein vernünftiger Start in den Tag, wenn die Stadt gerade erst die Rollläden hochzieht. Es gibt sie als Sfogliatella riccia mit hauchdünnen, krossen Schichten und als Sfogliatella frolla aus glattem Mürbeteig.
Meine erste habe ich kurz nach 8:15 Uhr in der Nähe der Via Toledo gegessen, im Durchgang zur Galleria Umberto I. Im Zentrum sind 2 bis 3 Euro ein normaler Preis. Sag „una sfogliatella riccia, per favore“, wenn du die knusprige willst.
Sfogliatella Mary in der Galleria Umberto I ist bekannt, und manchmal steht man dort an. Meine war ehrlich gesagt nicht die beste der Reise: Sie war schon abgekühlt und nicht mehr ganz so knusprig.
2. Caffè im Stehen, gegen halb zehn
Ein Caffè ist hier ein kleiner Espresso, und lange hält sich damit niemand auf. Du gehst rein, zahlst oft zuerst an der Kasse, bringst den Bon zur Theke und sagst nur „un caffè“.
An der Theke habe ich je nach Lage 1,30 bis 1,80 Euro bezahlt. In den Bars rund um die Via Toledo und die Piazza Dante hat das Ganze oft zwei Minuten gedauert.
Wenn du dich an einen Tisch setzt, wird es vielerorts teurer. Mir war der Platz an der Theke ohnehin lieber, als der Regen kam und sich alle unter den Markisen drängten.
3. Frittatina di pasta in der Via dei Tribunali, vor dem Mittagessen
Eine Frittatina di pasta ist ein frittierter Taler aus Nudeln, meistens Bucatini mit Béchamelsoße, Erbsen, Schinken und Käse. Außen soll sie fest sein und innen fast cremig.
Gegen Viertel nach elf habe ich mir in einer Friggitoria in der Via dei Tribunali eine geholt, für 2 bis 3 Euro. Bestell „una frittatina classica“ und iss sie direkt aus dem Papier.
Sie ist klein, aber so mächtig, dass sich das Mittagessen um eine Stunde nach hinten verschiebt. Das habe ich gelernt, nachdem ich am ersten Tag gleich zwei bestellt hatte.
4. Pizza fritta im Centro Storico, gegen eins
Eine Pizza fritta ist eine gefüllte, frittierte Teigtasche, und sie ist größer, als sie zusammengeklappt im Papier aussieht. Klassisch kommen Ricotta, Provola-Käse, Cicoli (Schweinegrieben) und schwarzer Pfeffer hinein, manchmal auch Tomate.
Rund um die Via dei Tribunali und in den Gassen südlich davon bekommst du sie in vielen Friggitorien direkt an der Theke. Ich habe für eine ganze etwa 5 Euro bezahlt.
Frag nach „una pizza fritta completa“, wenn du die klassische Füllung willst. Warte vor dem ersten Bissen ruhig drei Minuten, denn der Ricotta bleibt lange heiß.
5. Pasta e patate con provola in den Quartieri Spagnoli, um 14:30 Uhr
Pasta e patate con provola, eine sämige Pasta mit Kartoffeln und geschmolzenem Käse, ist das erste Gericht des Tages, für das ich mich hinsetzen will. Nudeln und Kartoffeln kochen zusammen, bis die Stärke alles bindet, dann schmilzt die Provola darin.
Ich habe sie in den Quartieri Spagnoli gegessen, dem Spanischen Viertel, ein paar Straßen oberhalb der Via Toledo. In einer einfachen Trattoria sind 7 bis 10 Euro für einen Teller angemessen.
Frag nach „pasta e patate con provola“. Wenn du spät dran bist, erkundige dich vorher, wie lange die Küche mittags offen hat. Gegen drei fing man in mehreren kleinen Lokalen schon an aufzuräumen.
6. Babà in der Via Toledo, gegen halb fünf
Ein Babà ist ein Hefegebäck, weich, glänzend und schwer vom Zuckersirup. Die neapolitanische Version wird traditionell in Rum getränkt, und es gibt sie in kleinen Portionen.
Ich habe mir in der Via Toledo einen für 2 bis 3 Euro geholt und ihn im Stehen gegessen, mit einem zusätzlichen Stück Papier darunter. Sag „un babà, per favore“.
Hier ist kleiner besser, finde ich. Ein größerer, stark getränkter Babà war vor allem süß und durchweicht, beim kleinen stimmte das Verhältnis von Rum und Teig besser.
7. Cuoppo di mare an der Pignasecca, vor sieben
Ein Cuoppo di mare ist eine Spitztüte aus Papier mit frittiertem Fisch und Meeresfrüchten, und er passt am besten, solange der Markt an der Pignasecca noch läuft. Der Inhalt wechselt, aber kleine Fische, Sardellen, Tintenfisch und Garnelen sind üblich.
Ich bin kurz nach sechs von Montesanto aus in die Marktstraße gegangen und habe für eine gemischte Tüte 5 bis 8 Euro bezahlt. Bestell „un cuoppo di mare“ und zeig auf die passende Tüte, wenn es mehrere Größen gibt.
In der Via Pignasecca geht alles schnell. Ich stand beim Essen an das Rollgitter eines geschlossenen Ladens gelehnt, und neben mir spritzte ein Fischhändler den Bürgersteig ab.
8. Pizza Margherita am Abend, nach halb neun
Die Pizza Margherita, eine dünne Pizza mit Tomate, Mozzarella und Basilikum, hebe ich mir bis zum Schluss auf. In Neapel kommt sie meistens schnell, mit weicher Mitte und einem Rand, der sich falten lässt.
In den Pizzerien im Centro Storico kostet eine einfache Margherita oft 6 bis 9 Euro. Sag „una margherita“ und häng „da asporto“ an, wenn du sie mitnehmen willst.
Ich war auch in der L'Antica Pizzeria da Michele in der Via Cesare Sersale, wo du eine Nummer ziehst und draußen wartest. Als ich abends ankam, stand ich gut 20 Minuten an. Die Pizza war gut und günstig, aber bei ihrem Ruf hatte ich mehr erwartet.
Gut zu wissen
- Kartenzahlung in vielen Lokalen möglich, für kleine Imbisse ein paar Euro in bar
- In der Bar oft erst an der Kasse zahlen, dann mit dem Bon zur Theke
- Frittiertes sofort essen, schon nach fünf Minuten merkst du den Unterschied
- Pignasecca am besten, bevor abends die Marktstände schließen
- Zum Mitnehmen „da asporto“, an der Theke „al banco“
- Wer reservieren, lange sitzen und ein ganzes Menü in Ruhe essen will, muss hier mehr planen
Auf dem Heimweg nach Hamburg habe ich nach fünf Tagen nicht zuerst an die Pizza gedacht, sondern an das Zischen der Fritteuse an der Pignasecca gegen sechs. Ich hatte Fett am Kameragurt, Regen in den Haaren und eine halbe Serviette in der Tasche, und das war ein ziemlich ehrliches Bild davon, wie ich mich durch die Stadt gegessen habe.


