7 Dinge, die ich am Abend vor der Abreise mache

Der Abend vor einer Reise ist fast immer ruhiger als der Abreisetag, und trotzdem habe ich genau dann die meisten vermeidbaren Fehler gemacht. Einen verpassten Zug zum Beispiel verdanke ich einem fast leeren Akku und einem Ticket, das ich doch nicht offline gespeichert hatte.
Hier gehe ich meine Liste in der Reihenfolge durch, in der ich sie abarbeite: ab etwa sieben Uhr abends, bis das Licht ausgeht.
1. Gegen sieben: alles laden, was einen Akku hat
Als Erstes lege ich Handy, Kamera, Ersatzakku und Powerbank an eine Stelle. Ich lade alles gleichzeitig, am liebsten in der Nähe der Wohnungstür, damit ich nichts an der Steckdose hinterm Sofa vergesse.
Früher habe ich meistens zwei Dinge vergessen: die Powerbank und den Kamera-Akku. Zur Not geht es ohne, aber es nervt schnell, wenn du auf dem Handy auch das Ticket, den Stadtplan und die Buchungsnummern hast. Du musst nicht alles laden, nur das, was du am ersten Reisetag wirklich benutzt.
2. Speicherkarte leeren und Kamera einpacken
Gegen halb acht überspiele ich die Fotos von der Speicherkarte und prüfe, ob die Karte danach wieder in der Kamera sitzt. Ich stand schon einmal mit der Kamera in der Hand am Bahnhof, während die Speicherkarte noch zu Hause im Computer steckte.
Dann kommt die Kamera dahin, wo ich sie erreiche, ohne die ganze Tasche aufzumachen. Oft mache ich schon auf dem Weg zum Flughafen oder zum Bahnhof die ersten Fotos. Dabei merke ich auch, ob der Deckel vom Akkufach, das Ladegerät oder eine Ersatzkarte fehlt.
3. Pass, Karten und etwas Bargeld bereitlegen
Gegen acht kommen Pass oder Personalausweis (je nachdem, wohin es geht), Portemonnaie und zwei Karten zum Bezahlen auf den Tisch. Unterwegs stecken die beiden Karten nicht im selben Fach, denn sonst ist mit einem verlorenen Etui gleich alles weg.
Außerdem habe ich meistens rund 30 Euro in bar zu Hause, vor allem für den Weg zum Flughafen oder falls ein Kartenterminal streikt. Ich will einfach losfahren können, ohne um 5:40 Uhr erst einen Geldautomaten suchen zu müssen.
4. Wettervorhersage ansehen und Fahrt zur Unterkunft planen
Gegen Viertel nach acht sehe ich mir an, wie das Wetter am Ankunftstag wird und wie ich vom Flughafen oder Bahnhof zur Unterkunft komme. Ich will ungefähr wissen, wo die Haltestelle ist, was die Fahrt kostet und wie lange abends noch etwas fährt.
Dann mache ich Screenshots von der Adresse, den Buchungsdaten und dem ersten Stück der Strecke. Meistens habe ich nach der Ankunft Netz, aber darauf verlasse ich mich nicht. Wenn du spät landest, ist es beruhigend, schon zu wissen, ob der nächste Bus oder Zug in zwölf Minuten fährt oder erst in 45.
5. Tickets und Zeiten offline speichern
Um halb neun öffne ich das wichtigste Ticket für den nächsten Tag und speichere es so, dass ich es auch ohne Netz finde. Außerdem mache ich einen Screenshot von Abfahrtszeit, Gleis oder Terminal, falls die schon feststehen.
Angewöhnt habe ich mir das nach dem verpassten Zug. Das Ticket steckte in meinen Mails, das Handy hatte noch 3 % Akku, und ich stand mehrere Minuten am falschen Bahnsteig. Die Routine hilft, aber nicht immer. Einmal kam der Gleiswechsel erst nach meinem Screenshot, deshalb schaue ich vor Ort trotzdem noch auf die Anzeigetafel.
6. Kleidung rauslegen und das Wichtigste nach oben packen
Gegen neun lege ich die Sachen raus, in denen ich reise, samt Jacke und Schuhen. Dann kommt oben in die Tasche, was ich zuerst brauche: Brille, Kopfhörer, der kleine Beutel mit Medikamenten, falls ich einen dabeihabe, und eine leere Wasserflasche.
Ich will vor Sonnenaufgang einfach nicht nach Socken suchen. Und wenn Regen angesagt ist, tausche ich lieber jetzt die Jacke, als später den Rest umzupacken.
7. Zwei Wecker stellen und Feierabend machen
Als Letztes stelle ich, meistens gegen Viertel nach zehn, zwei Wecker im Abstand von fünf Minuten. Außerdem rechne ich nach, wann ich wirklich aus dem Haus muss, nicht nur, wann der Zug oder der Flieger geht.
Diese Routine ist eher nichts für dich, wenn du alles erst am Abreisemorgen packst oder wenn es dich beruhigt, jedes Detail mehrmals durchzugehen.
Was ich am Abend vorher nicht mache
Ich packe nicht noch einmal alles um. Ist die Tasche schon gepackt, bleibt sie zu, solange nichts Wichtiges fehlt. Mache ich sie wieder auf, räume ich Ladegeräte um, stecke den Pass in ein neues, „schlaues“ Fach und vergesse dann, wo er ist. Und ich buche auch nichts um, nur weil ich das übliche Reisefieber habe.
Für mich ist das ungefähr das richtige Maß: genug Ordnung, damit morgens alles klappt, aber nicht so viel, dass sich die Reise wie ein Projekt anfühlt. Ganz zum Schluss stelle ich meistens noch ein Glas Wasser auf die Arbeitsplatte in der Küche. Am nächsten Morgen ist es oft genau das, wofür ich am dankbarsten bin.


